1. Jt. v. Chr. Siedlung iran. Stämme nach oben 550 v. Chr. Der Perserkönig Kyros d. Gr. besiegt die Meder; mit seinen Siegen über die Lyder (546 v. Chr.) unter Krösus und der Eroberung Babylons (539 v. Chr.) begründet er das pers. Großreich 500 v. Chr. Beginn der Perserkriege gegen die griech. Staaten 331 v. Chr. Alexander d. Gr. beseitigt das Perserreich 323-240 v. Chr. Persien ist Teil des Seleukidenreiches 240 v. Chr. bis 224 n. Chr. Herrschaft der Parther 224-642/651 Herrschaft der Sassaniden 642 Schlacht von Nehawend, die Araber unterwerfen das Perserreich, Beginn der Islamisierung 8. Jh.-13. Jh. Unter dem Abbasidenkalifat Entstehung versch. Lokaldynastien (Tahiriden, Samaniden, Bujiden, Ghasnawiden u. a.) 1220 und 1256 Mongol. Eroberung, anschließend Herrschaft der Ilchane 1501 Ismail I. begründet die Dynastie der Safawiden (bis 1722); er erobert Armenien und Mesopotamien 1588-1629 Höhepunkt des pers. Safawidenreiches unter Schah Abbas I., d. Gr., der die Hauptstadt 1598 nach Isfahan verlegt 1794 Dynastie der turkmen. Kadjaren gelangt zur Macht, (Hauptstadt Teheran); Verlust Georgiens an Russland zw. 1801 und 1810 19. Jh. Persien verliert Armenien und Teilen Aserbaidschans an Russland (1813, 1828), kann aber seine Unabhängigkeit wahren 1921 Staatsstreich von Resa Khan, der 1925 die Kadjaren-Dynastie beseitigt und sich als Resa Pahlewi vom Parlament zum Schah wählen lässt 1935 Iran wird amtl. Name des Staates 1941 Besetzung durch brit., amerikan. und sowjet. Truppen, Resa Schah wird zum Rücktritt gezwungen, Nachfolger wird sein Sohn Mohammed Resa Pahlewi (Krönung 1967) 1960 Beginn der »weißen Revolution« (Reformen) 1975 Grenzabkommen mit Irak bezüglich des Schatt el-Arab 1978 Blutige Unruhen, Proteste gegen die Schah-Regierung unter Führung der islam. Geistlichkeit (Ajatollah Khomeini) 1979 Der Schah verlässt Iran, Khomeini ruft nach seiner Rückkehr aus dem Exil (Februar) eine islam. Republik aus (1. 4.) und wird als »Führer der Nation« bestimmende polit. Figur. »Säuberungen« bes. in Verwaltung und Armee durch Revolutionsgerichte 1980 Der Irak greift Iran an (1. Golfkrieg) 1988 Waffenstillstand 1989 Tod Khomeinis, A. A. Rafsandjani wird Staatspräsident, A. Khamenei geistl. Oberhaupt; starker Einfluss der islam. Geistlichkeit 1997 S. M. Khatami wird Staatspräsident; er leitet gegen den Widerstand konservativer Kräfte eine vorsichtige Annäherung an den Westen und innenpolit. Reformen ein 1998 Nach der Ermordung iran. Diplomaten im nordafghan. Mazar-i Scharif kommt es zu schweren Spannungen zwischen dem afghan. Taliban-Regime und Iran 1999 Ein verschärftes Pressegesetz und das Verbot von Zeitungen führen im Juli zu student. Massenprotesten 2000 Im Februar Sieg der Reformkräfte bei den Parlamentswahlen Buchempfehlung: Das Frühe Persien(Geschichte eines antiken Weltreichs) Kyrosh der Große nach oben
Im Jahre 546 v. Chr. überquert die iranische Armee den Fluß Halys, und schlägt das lydische Heer bei Sardes. Nach nur 14 Tagen fällt die mächtige Hauptstadt der Lyder und Kleinasien gehört zum persischen Reich. Doch dieser Feldzug ähnelt keiner der früheren Eroberungszüge der Geschichte. Die Besiegten werden nicht gedemütigt, ihre Heiligtümer nicht entehrt und ihre Städte nicht zerstört; viel mehr wird die Bevölkerung verschont, ihnen ihre Städte zurückgegeben und ihre Religion geachtet.
Es ist die Geburtsstunde eines Imperiums, das die Welt bis dahin noch nicht gesehen hatte. Sein König, Kyrosh d.Gr., König der Perser, hatte das iranische Reich der Meder 550 v. Chr. gestürzt, und die iranischen Fürsten unter sich vereinigt. Beunruhigt über den schnellen Machtzuwachs Irans entschließt sich der König der Lyder, Kroisos, ermutigt durch das zweideutige Orakel von Delphi "Wenn Du den Halys überschreitest wirst Du ein Reich zerstören" zum Angriff auf Iran. Bei Pteria kommt es zu einer Schlacht, die für beide Seiten unentschieden ausgeht. Kroisos tritt für den Winter den Rückzug an, um im Frühjahr den Krieg mit Hilfe seiner griechischen und ägyptischen Verbündeten fortzusetzen. Kyrosh wartet den Rückzug ab und marschiert dann im Eiltempo Richtung Sardes. Völlig überrascht stellt sich Kroisos wieder zum Kampf. Um die starke lydische Kavallerie abzuwehren, stellt Kyrosh seine Lastkamele in vorderste Linie. Beim Anblick der Kamele geraten die Rosse der Lydier in Panik und ergreifen die Flucht. Jetzt geht Kyrosh zum Angriff über. Neben der schweren persischen Kavallerie ziehen die mit Sicheln bestückten Streitwagen durch die Reihen der Lydier , gefolgt von der gepanzerten Infanterie; die Lydier sind besiegt. Mit Sardes kapituliert Kleinasien und Kyrosh beauftragt seine Feldherrn mit der Eroberung der griechischen Küstenstädte.
Den Protest der Spartaner gegen diese Eroberungen beantwortet Kyrosh d. Gr. laut Herodot wie folgt: "Ich fürchte kein Volk, das inmitten seiner Städte Plätze hat [ Märkte], wo das Volk sich versammelt, schwört und einander betrügt. Wenn ich am Leben bleibe, soll Sparta von seinem eigenen Schicksal mehr zu reden haben als von dem der Ioner." Nach Kleinasien wendet sich Kyrosh dem Osten Irans zu. In einem achtjährigen Krieg erweitert er die Grenzen Irans bis nach Indien und Zentralasien, bevor er seine Eroberungen im Westen wieder fortsetzt. Bei Opis schlägt er 539 v. Chr. das babylonische Heer und erobert die Hauptstadt Babylon. Wieder überrascht Kyrosh die Welt mit seiner Milde und Großzügigkeit. Er verschont die Babylonier und ehrt ihre Götter mit Opfergaben. Auch befreit Kyrosh das jüdische Volk von der babylonischen Gefangenschaft, gibt ihnen ihre Tempelschätze zurück, und befiehlt den Wiederaufbau des Tempels von Jerusalem.
Nach diesen glänzenden Siegen ordnet Kyrosh das Reich und wendet sich mit einem großen Heer den Nomadenstämmen in Zentralasien zu.Er überschreitet den Jaxartes und betritt das Reich der Amazonin Tomyris, Königin der Massageten. Um einen Krieg zu verhindern, hält er zuerst um die Hand der Königin an; sie aber weist dies als eine List ab, und fordert Kyrosh zum Kampf heraus. Im Vorfeld des Krieges gelingt es Kyrosh zwar, ein Drittel des Massageten Heeres durch eine Falle zu vernichten. Doch in der darauffolgenden Schlacht, die nach Herodot "die Größte, die die Perser je geführt hatten" ist, wird das persische Heer vernichtet und Kyrosh II d. Gr. fällt. Bei seinem Tod 530 v. Chr. erstreckt sich das persische Reich von der Ägäis bis nach Zentralasien, und von Indien bis nach Israel.
Kyrosh, der Begründer des Perserreichs, ist zweifellos einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Er gilt als Sinnbild für militärisches und staatsmännisches Geschick, mit überragender Freigiebigkeit und Güte auch gegenüber seinen besiegten Feinden. Seine Biographie von dem Griechen Xenophon, "Kyropaideia", galt in Europa für lange Zeit als das vollkommene Bild eines Fürsten.
"...Ich bin Kyrosh und ich gewann den Persern ihr Weltreich. Mißgönne mir nicht dies Fleckchen Erde, das meinen Körper bedeckt."
So dankt ihm auch der Prophet Jesaja die Befreiung seines Volkes aus der babylonischen Gefangenschaft mit den Worten:
"So spricht der HERR zu seinem gesalbten, Kyrosh, den ich bei seiner rechten Hand ergriff, das ich Völker vor ihm unterwerfe und Königen das Schwert abgürte, damit vor ihm Türen geöffnet werden ..."
weiter heißt es "Er soll all meinen Willen vollenden und sagen zu Jerusalem: Werde wieder gebaut! "
Auszug aus der Bibel, dem Buch Esrah und den Prophetien Deutirojesajas.
Kambyzes nach oben
Kyroshs Sohn Kambyzes folgt seinem Vater auf den Thron und vollendet dessen Werk . Nachdem er seinen Vater gerächt und das Reich geordnet hat, greift er über Sinai Ägypten an. Bei Pelusion schlägt er das ägyptische Heer und erobert 525 v. Chr. Memphis; auch hier behandelt er, gemäß den Traditionen seines Vaters, die besiegten Ägypter großzügig, achtet ihre Sitten und respektiert ihren Glauben. Nach Ägypten wendet er sich den übrigen Gebieten Afrikas zu. Er erobert Lybien, die Goldminen von Sudan und Teile Äthiopiens. Von der Eroberung Kathargos sieht er auf Bitten seiner phönezischen Vasallen ab. Doch der religiöse Aberglaube der Ägypter übersteigt selbst die Toleranz der Perser; um die außerordentliche Macht der Geistlichen einzuschränken, senkt er die Tempelsteuern, wodurch es zum Widerstand des Klerus in Ägypten kommt. Aber auch im Iran beginnen bald Unruhen. Ein Priester gibt sich als der getötete Bruder Kambyzes, Bardja, aus und erklärt sich zum König der Könige. Auf dem Rückweg nach Persien stirbt Kambyzes. Mit seinem Tod bleibt der falsche Bardja auf dem Thron. Doch sieben der iranischen Aristokraten verschwören sich gegen ihn; sie beauftragen einer ihrer Töchter, sich ihm zu nähern und den König auf seine Echtheit hin zu prüfen. So kann der falsche Bardja vom Thron gestürzt werden. Darius aus dem Hause der Achaimeniden wird König.
Darius der Große nach oben
Mit seiner Thronbesteigung begegnet er zahlreichen Aufständen im ganzen Reich. Nahezu alle unterworfenen Länder fallen ab. Nur auf die persischen Truppen gestützt, zerschlägt er alle Aufstände. Dabei verfährt er wie Kyrosh und behandelt die unterworfenen Völker mit großer Milde. Darius gilt durch seine administrativen Maßnahmen zu Recht als der Schöpfer des persischen Weltreiches. Er reformiert das Verwaltungswesen, trennt zivile und militärische Ämter, schafft ein einheitliches Münzsystem, baut neue großzügige Straßen und Kanäle. Darunter die berühmte Königsstraße, von Sardes nach Susa 2.400km, und von Ägypten nach Zentralasien. Durch den Bau des Suezkanals werden die Schiffahrt und der Handel erleichtert. Außer dem wird ein ausgeklügeltes Postsystem ins Leben gerufen.
So berichtet Herodot:
"Überall gibt es königliche Stationen und ganz ausgezeichnete Herbergen, und die ganze Straße führt durch bewohntes und sicheres Gebiet."
Weiter heißt es
"es gibt aber nichts Sterbliches, das schneller eintreffe als die Post [...] weder Schnee noch Regen, nicht Hitze, nicht Nacht hält sie davon ab, das einem Reiter vorgeschriebene Wegstück so schnell wie möglich zurückzulegen."
All diese Reformen führen zu einem enormen wirtschaftlichen Aufschwung im Reich, so daß, trotz der hohen Steuern, die den besiegten Völkern auferlegt worden waren, die Menschen in Wohlstand leben können. Die Organisation des Reiches unter Darius gilt zu Recht als die Spitzenleistung der Staatskunst, die die Welt bis dahin gesehen hatte. Selbst bei den Römern, die später vieles davon übernehmen, können nur Trajan und Hadrian ihm gleichziehen. Nach diesen großen Reformen entsendet Darius eine Expedition zur Erforschung Indiens, dem anschließend die Annexion von weiten Teilen Indiens folgt.
"...Ich bin Darius, König der Könige, König in Persian und zweiundvierzig Völker, die mir Gehorsam leisten...."
Im Jahre 515 v. Chr. überschreitet das iranische Heer unter Darius den Hellespont. Makedonien und Therakien (heutiges Rumänien und Bulgarien) werden erobert. Er überquert die Donau und betritt das Land der nomadischen Skyten. 60 Tage lang marschiert das Heer ins Innere des Skytenlandes. Dieses Volk kennt weder Landwirtschaft, noch Häuser, wagt sich auch nicht zum Kampf zu stellen.
Die Skyten ziehen sich immer weiter in die Steppe zurück und hinterlassen nur verbrannte Erde. Nach 60 Tagen ist der König der Verfolgung müde und kehrt um. Dieser Feldzug zeigt vor allem, daß die Eroberung Griechenlands zu dem Zeitpunkt für die Perser keinerlei Bedeutung hatte. Erst später als die Griechen den Aufstand der kleinasiatischen Küstenstädte unterstützen, entschließt sich Darius, sie anzugreifen.
Nach Herodot standen vor dem Aufstand die griechischen Städte, namentlich Milet, auf dem Höhepunkt ihrer Zeit und ihres Reichtums. Als aber der Statthalter von Milet, Aristagoras, wegen einer fehlgeschlagenen Militärexpedition dem Darius Rechenschaft liefern soll, entschließt er sich, ermutigt durch den Reichtum seiner Stadt, vom Reich abzufallen. Er bittet die anderen Griechen um Hilfe. Mit der Unterstützung der Athener und Eretreen greift er Sardes an, plündert und verbrennt die Stadt samt ihrer Heiligtümer, doch vor den heranrückenden persischen Truppen fliehen die Griechen. Der Aufstand wird in der Schlacht von Epheus 495 niedergeschlagen. In den wiedergewonnenen Städten richten die Perser überall Demokratien ein und beginnen mit einer Strafexpedition gegen die beteiligten Griechen. Nach ihrer Niederlage werden die Eretreen nach Persien deportiert. Darius aber begnadigt sie und läßt sie eine neue Stadt gründen. Den Athenern aber gelingt es, den persischen Angriff abzuwehren. In der Schlacht bei Marathon gelingt es den Griechen, zum ersten Mal ein iranisches Heer zu besiegen. Dieser Sieg bewahrte nicht nur Athen vor dem Niedergang; er hatte eine kaum zu überschätzbare Wirkung auf die übrigen Griechen. Er brach der Mythos von der Unbesiegbarkeit der Perser.
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König Xerxes nach oben
Noch während seiner Vorbereitungen eines weiteren Feldzuges stirbt Darius. Sein Sohn Xerxes wird zum neuen König der Perser gekrönt. Er zerschlägt Aufstände in Ägypten und trifft umfangreiche Vorbereitungen für seinen Europafeldzug. Er beauftragt die phönizischen Werften mit dem Bau der größten Flotte der damaligen Welt, und läßt aus dem gesamten Reich Truppen ausheben. Doch dieser Feldzug unterscheidet sich von den Unternehmungen zur Zeiten Kyroshs und Darius`. Das Heer dient mehr der Zurschaustellung der persischen Macht als eine schlagfertige Armee. Die iranische Armee zeigt zwar einen enormen Fortschritt in bezug auf ihre Organisation und Bewaffnung, aber die vielen verschiedenen Völker mit ihren verschiedenen Sprachen und Kampfarten erschweren ihren präzisen militärischen Einsatz. Zudem schwächt der Einsatz der persischen Soldaten als Offiziere das persische Elite Corps. Im Jahre 480 v. Chr. erreicht das persische Heer den Hellespont. Am Meer beauftragt der König die phönizischen und ägyptischen Ingenieure mit dem Bau von Brücken. Diese zwei Brücken werden durch den darauffolgenden Sturm zerstört. Am nächsten Tag befiehlt der König das Meer (nach griechischer Vorstellung Poseidon) auszupeitschen und versenkt schwere Ketten als Zeichen der Unterwerfung Poseidons ins Meer. Sodann wird ein iranischer Ingenieur mit dem Bau beauftragt. Dieser baut eine stabile Schiffsbrücke, die selbst bis zum Rückzug intakt bleibt. Das Heer wird von einer großen Armada mit mehr als 1.200 Kriegsschiffen, bestehend aus griechischen, ägyptischen und phönizischen Einheiten, begleitet. Ein bei Athos gebauter Kanal erleichtert den Vormarsch der persischen Flotte. Insgesamt beweist der Aufmarsch den hohen organisatorischen, technischen und logistischen Stand des Heeres, der vieles den späteren Römern vorwegnimmt. Die persischen See- und Landstreitkräfte setzen ihren Zug nach Athen fort. Während die persische Flotte das erste Seegefecht bei Eube für sich entscheidet, wird eine vollständige Einkesselung der griechischen Armee durch die legendäre Tapferkeit des spartanischen Elitecorps unter ihrem König Leonidas verhindert (die Schlacht an den Thermopylen). Den Griechen gelingt es unter schweren Verlusten, das Schlachtfeld zu räumen. Xerxes erobert nach weiteren Kämpfen Athen; läßt als Strafe für die Verbrennung der Heiligtümer in Sardes die Tempel in Brand setzen, und überführt zahlreiche griechische Statuen als Trophäen nach Persien. Unterdessen steht die griechische Flotte in Salamis vor der Auflösung. Nur dem Geschick Temistokles ist es zu verdanken, daß sich die Griechen geschlossen zum Kampf stellen. Die gesamte griechische Flotte greift die noch zersplitterten persischen Flotteneinheiten bei der Meerenge von Salamis an. Die Enge des Raumes behindert die großen und schnellen persischen Schiffe; zu dem fällt der persische Admiral zu Beginn der Schlacht. Als endlich die Flotte zusammengezogen wird, um die Griechen zurückzuschlagen, ist es bereits Abend. Wegen Kämpfen im Osten des Reiches verläßt Xerxes Griechenland, und überläßt seinem Feldherren Mardonios eine 80.000 Mann große Armee zur Eroberung Restgriechenlands. Bereits zu Beginn des nächsten Jahres fällt dann die Entscheidung bei Platäa. Die Schlacht dauert über zehn Tage. Die persische Kavallerie, der die Griechen nichts entgegenzusetzen haben, bringt den Griechen schwere Verluste bei.
So heißt es bei Herodot: "Als die Reiter (Perser) den Hellenen nahe genug waren, griffen sie Geschwaderweise an, brachten den Hellenen schwere Verluste bei [.... ] als Masistios (persischer Offizier) fiel, erbeuteten sie (die Hellenen) das Pferd und töteten nach tapferer Gegenwehr mit vieler Mühe den Reiter. Seine Rüstung bestand nämlich aus einem goldenen Schuppenpanzer [....] .Die Hiebe auf den Panzer verletzten ihn nicht, bis einer den Grund entdeckte und ihn ins Auge stieß [....] die Griechen führten den Leichnam durch die Reihen des Heeres. Er war von erstaunlicher Größe und Schönheit." Die meisten Griechen räumen das Feld. Am zehnten Tag treten sogar die Spartaner und die Athener den Rückzug an. Die Perser, die den Sieg vor Augen haben, verfolgen die Griechen. Bei der Verfolgung fällt der pers. Feldherr Mardonios. Pansanias, der König der Spartaner, nutzt die Verwirrung aus und startet einen Gegenangriff. Die nun geschlagenen Perser ziehen sich nach Asien zurück. Die Abwehr der persischen Invasion eröffnet den Griechen eine neue Epoche der Kultur und des Geistes.
Der Sieg ist nicht der Erfolg von Gelehrsamkeit und der Wissenschaft, denn das Griechenland des 5. Jh. ist noch mindestens 50 Jahre von seinem Ruf als Zentrum des Geistes entfernt. Es ist der Wille und die Entschlossenheit eines Volkes, daß seine Freiheit über alle Maße liebt und bereit ist, diese auch gegenüber einer weit überlegenen Weltmacht zu verteidigen. Auch das Perserreich ist in dem folgenden Jahrhundert Zeuge eine enormen wirtschaftlichen und kulturellen Reichtum, dessen Überreste sich in den persischen Palastanlagen, in Parsagard und Persepolis, widerspiegeln. Zum ersten Mal in der Geschichte können Menschen sicher und frei durch die Welt reisen, Handel betreiben, fremde Kulturen kennenlernen und ihre wissenschaftlichen Kenntnisse austauschen. Aber mit dem Reichtum vernachlässigen die Perser ihre kriegerischen Tugenden immer mehr; zwar gelingt es den Persern beim Königsfrieden, ihre Hegemonie über die griechischen Staaten durchzusetzen.
"Artaxerxes, der Großkönig, hält es für gerecht, daß die Städte in Kleinasien ihm gehören und von den Inseln Klazomenai und Cypern, die andern Griechenstädte aber, groß und klein, sollen autonom sein außer Lemnos, Imbros und Skyros, die, wie in alten Zeiten, den Athenern gehören sollen. Wer aber diesen frieden nicht annimmt, den werde ich bekriegen zusammen mit den Bundesgenossen, zu land und zur See, unter dem Einsatz von Schiffen und von Geldmitteln"Aber im Innern schwächen Nachfolgekämpfe und Aufstände das Reich. Noch einmal gelingt es Artaxerxes III Ochos (359-338) die Reichseinheit wieder herzustellen, und das Land auch militärisch zu stärken; aber mit seinem Tode erliegt das Reich unter Darius III dem jungen Makedonen Alexander dem Großen. Doch das Erbe dieses Reiches ging weit über dieses Datum hinaus. Die vorbildliche Reichs- und Militärverwaltung, die Edelmütigkeit und Großzügigkeit dieser ersten Perserkönige setzen in der Welt einen neuen, bisher kaum gekannten Maßstab. Selbst die Griechen kommen nicht umhin, diesen zu würdigen. Aber auch die administrativen Erneuerungen zur Verwaltung eines so großen Reiches findet sich später bei den Chinesen und Römern wieder.
Herodot berichtet, daß die Perser einst zu Kyrosh kamen, und baten,ihre rauhe und gebirgige Heimat Persien verlassen zu dürfen, und in ein schönes Land zu ziehen. Kyrosh meinte,
"[...] Sie sollen das nur tun; doch gab er ihnen auch zu bedenken, sie möchten sich darauf gefaßt machen, nicht mehr zu herrschen, sondern beherrscht zu werden. Denn aus weichen Ländern pflegen weiche Männer zu kommen. Denn ein und demselben Land sei es nicht gegeben, sowohl üppige Frucht hervorzubringen, als auch Männer tüchtig für den Krieg. Da zogen die Perser es vor, zu herrschen, als Bewohner eines steinigen Landes, statt eine schöne Ebene zu bestellen und anderen zu dienen."
Erziehung im Reich nach oben
Entsprechend der Erfordernisse des Reiches ist die Erziehung der Perser auf Administration und Militär ausgerichtet. Die Knaben werden vom fünften bis zum zwanzigsten Lebensjahr vor allem (nach Herodot) im Reiten, Schießen und Wahrheitsagen erzogen. Ferner lernen sie in dieser Zeit zu befehlen und zu gehorchen. Mit 20 Jahre verlassen sie ihre Heimat Pars und ziehen in Gruppen unter der Leitung eines Mentors durch das Imperium. So lernen sie das Reich und seine Völker mit ihren vielfältigen Kulturen kennen. Mit 25 Jahren kehren sie nach Hause und treten in die Dienste des Königs und werden mit öffentlichen und militärischen Ämter betraut.
Die Rolle der Frau im Achaimeniden Reich nach oben
Von den Frauen der iranischen Aristokratie weiß man schon seit langem, daß sie mit weitreichenden Rechten und Privilegien ausgestattet wurden. Sie verfügten über beträchtliches Vermögen und Ländereien, die sie selbständig verwalten konnten. Von ihren großen politischen Einfluß wissen vor allem die griechischen Quellen zu berichten. So weden sie in Firdausis Werk (Shahnahmeh) abermals als tapfere Kriegerinnen gerühmt.
Aber auch die Frauen der unteren Schichten hatten eine außerordentlich hohe rechtliche Stellung, ganz im Gegensatz zu den antiken Römer und Griechen. Aus den zahlreichen neu entdeckten Dokumenten dieser Zeit ( zum Teil Lohnabrechnungen u.s.w ) weiß man, daß den Frauen gleicher Lohn wie den Männern zu stand. So konnten sie auch in den Zahlreichen Manufakturen des Reiches leitende Positionen annehmen. Das Reich garantierte ein Mindestgehalt und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie während der Schwangerschaft.
Die Verwaltung der Achaimeniden nach oben
Das persische Imperium, das erste Indogermanische Reich der Geschichte, zählt zu den bestgeführten Staaten der Weltgeschichte. An dessen Spitze steht der König der Könige, König der Perser. Das Reich ist in 20 Satrapien (=Provinzen) unterteilt, die von persischen Adligen oder einheimischen Fürsten verwaltet werden. Jeder dieser Satrapien ist zu jährlichen Tributzahlungen und sonstigen Abgaben verpflichtet. Zur besseren Verwaltung sammeln die Perser die alten Gesetze der Völker und wenden diese in den einzelnen Ländern an. So empfinden auch die eroberten Gebiete, außer vielleicht Ägypten, die persische Herrschaft mehr als eine Schutz- und Ordnungsmacht als eine Unterdrückung. Dem Satrapen (=Statthalter) sind Generäle und Verwaltungsbeamte zur Seite gestellt, die nur dem Shah verpflichtet sind. Zudem existiert ein breites Netz von Horcher (genannt Ohren und Augen des Königs), die den König über die Verhältnisse im Land informieren. Um ihren hohen Gerechtigkeitsanspruch nach zu kommen, schaffen die Perser ein starkes Rechtssystem.
So heißt es bei Darius: nach oben
"Nach dem Willen Ahuramazdas bin ich so geartet, daß ich das Recht liebe, das Unrecht hasse. Ich will nicht haben, daß der Schwache des Starken wegen Unrecht leide; aber ich will auch nicht haben, daß der Starke des Schwachen wegen unrecht erleide. Was Recht ist, daran habe ich gefallen. Einem Lügenknecht bin ich nicht Freund."
Eine wesentliche Säule dieses Reiches ist die Treue der Untertanen zum König. Eine Tugend, die von den Griechen kritisiert, bei den Perser aber sehr hoch gehalten wird. Die Griechen interpretieren diese nahezu bedingungslose Treue der Perser zu ihrem König als ein Akt der Versklavung, wohingegen die Perser darin eine große Ehre sehen.
So empört sich Rustam bei Firdausi im Königsbuch gegen den König mit folgenden Worten:
"Weder Deinen Zorn fürchte ich, noch brauche ich Deine Gnade. Gehorsam diene ich Dir aus Treue."
Von den Sitten der alten Perser nach oben
Nach dem griechischen Historiker Herodot (ca. 484-425 v. Chr.)
Erstes Buch "Religion und Sitten der Perser" Über die Sitten der Perser kann ich folgendes mitteilen.:
Es ist nicht Sitte bei ihnen, Götterbilder, Tempel und Altäre zu errichten. Offenbar stellen sie sich die Götter nicht wie die Hellenen als menschenähnliche Wesen vor. Dem Zeus pflegen sie oben auf den Gipfel der Berge zu opfern, und zwar bezeichnen sie mit dem Namen Zeus das ganze Himmelsgewölbe. Sie opfern auch der Sonne, dem Mond, der Erde, dem Feuer, dem Wasser und den Winden.
Als höchsten Festtag feiert jeder Perser den Tag an dem er geboren ist. An diesem Tage will er ein reichlicheres Mahl einnehmen als sonst, und seinen Gästen jeweils ein Geschenk machen.
Den Wein lieben sie sehr. Sie pflegen im Rausch die wichtigsten Angelegenheiten zu verhandeln. Den Beschluß den man so gefaßt hat, trägt der Hausherr, in dessen Hause die Beratung stattfindet, am nächsten Tage, wenn die beratenden nüchtern sind, noch einmal vor. Ist man auch jetzt damit einverstanden, so führt man das beschlossene aus. Auch ein Gegenstand, den sie nüchtern vorberaten haben, in der Trunkenheit noch einmal erwogen.
Brot wird wenig gegessen, viel Zukost, und zwar in mehreren Gerichten. In Gegenwart anderer sich zu erbrechen oder Wasser zu lassen ist nicht Sitte. Darin sind sie streng.
Kein Volk ist fremden Sitten so zugänglich wie das persische. Sie finden medische Kleidung schöner als die ihrige und tragen sie infolgedessen. Alle Genüsse und Vergnügungen, die sie kennenlernen, führen sie auch bei sich ein.
Die Haupttugend ist Tapferkeit. Ferner gilt es als ein Verdienst, viele Söhne zu haben.
Sie unterweisen die Knaben vom fünften bis zum zwanzigsten Jahre; aber nur drei Dinge lernen sie; Reiten, Bogenschießen und Wahrheit sagen.
Diese Sitte lobe ich, ebenso die andere, daß nicht einmal der König einen Menschen wegen eines Vergehens erschlagen darf; überhaupt kein Perser an seinem Knecht aus einem bestimmten Anlaß eine tödliche Strafe vollziehen darf. Eine Bestrafung ist nur nach sorgfältiger Abwägung möglich.
Das Entehrendste ist bei Ihnen das Lügen. An zweiter Stelle steht das Schuldenmachen, weil ihrer Meinung nach ein Schuldner notwendigerweise in die Lage kommt zu lügen.
Alexander nach oben
Energisch und entschlossen behauptet sich Alexander nach dem Tod seines Vaters Philip von Makedonien (336 v. Chr.) auf den Throm. Nachdem er seine Herrschaft über das durch die ständigen Bürgerkriege geschwächte Griechenland befestigt hat, bereitet er sich auf seinen Feldzug gegen Persien vor. Im Jahre 334 v.Chr. überquert er mit einem über 35.000 Mann starken Heer, das nur zu einem geringen Teil aus Griechen besteht, den Hellespont. Bereits bei Granikos trifft er auf die ebenso starke persische Kleinasienarmee. Allen Regeln der Kriegskunst spottend, attackiert er die überlegene persische Kavallerie. Die schiefe Schlachtordnung (eine von den Thebetanern entwickelte Kampfformation) beschert ihm den Sieg. Unter den Griechen im persischen Heer richtet er ein Massaker an. Nach diesem Sieg setzt er seinen Zug entlang der kleinasiatischen griechischen Küstenstädte fort. Diese öffnen nur widerwillig ihre Tore und die weit überlegenere persische Flotte unter dem berühmten Admiral Memnon versucht den Krieg nach Griechenland zu ziehen. So steht Alexander vor dem Ende seines Zuges. Doch der plötzliche Tod des Admirals ist ein Glücksfall für den jungen Makedonier. In der Schlacht bei Issos 333 v. Chr erringt Alexander seinen ersten großen Sieg über die Perser. Alexander trifft hier mit einem Heer von 40.000 Soldaten auf das überlegene persische Heer unter der persönlichen Führung von Darius III. Den antiken Quellen über die Größe des Heeres von über einer Million ist wohl sowenig zu vertrauen wie Cäsars Berichte, am Rhein über 450.000 Germanen besiegt zu haben, ohne den Tod eines einzigen Römers beklagen zu müssen.
Neuere Forschungen beziffern die Größe des persischen Heeres auf ca. 60.000 Soldaten, wobei sich unter ihnen über 30.000 griechische Söldner befanden. Die Schlacht verläuft an den einzelnen Fronten mit wechselseitigem Erfolg. Als aber Alexander den Darius direkt angreift, gerät dieser in Panik und räumt das Feld. Ihm folgen auch die übrigen Perser. Der Sieg öffnet den Weg Alexanders nach Vorderasien. Doch statt weiter nach Persien zu marschieren, unterwirft er die Städte entlang des Mittelmeeres, um der überlegenen persischen Flotte ihre Basen zu entziehen. Während die meisten Handelsstädte Phönikiens sich widerstandslos ergeben, fällt Tyros erst nach siebenmonatiger Belagerung und Gaza leistet bis zum letzten Mann Widerstand. Ein Friedensangebot lehnt Alexander ab und setzt seinen Marsch nach Ägypten fort. Die noch von Issos geschwächte persische Garnison ergibt sich widerstandslos. Hier in Ägypten läßt sich Alexander als Gott verehren. Nach der Eroberung des westlichen Perserreiches wendet sich Alexander dem eigentlichen Kernland Irans zu.Im Herbst 331 v. Chr. treffen die beiden Heere bei Gaugamela (heutiges Arbela) aufeinander. Die persische Armee ist mit indischen Elefanten und schwerbewaffneten Kampfwagen ausgerüstet. Auch gelingt es der persischen Kavallerie, die der Makedonier zu schlagen.Doch wieder sucht Alexander den Darius, und diesen verläßt abermals der Mut und flieht zum zweiten Mal. Nun wendet sich die Gunst gegen die bis dahin überlegenen Perser, und Alexander zieht siegreich in Babylon ein. Der persische Satrap ergibt sich kampflos und wird weiterhin im Amt belassen. In Babylon und später in Susa fallen Alexander unvorstellbare Schätze und Reichtümer zu, die er zum Teil nach Griechenland transportieren läßt. Jetzt wendet sich Alexander dem persischen Heimatland zu, wo er zum ersten Mal auf den erbitterten Widerstand der Bevölkerung stößt. Den Weg nach Persien legt er blutübersät zurück, und wird an den persischen Toren von einer persischen Armee unter dem Satrapen Ariobarzanas aufgehalten. Alexander wird hier mehrmals zurück geschlagen und erst durch Verrat kann er die persischen Truppen aus dem Hinterhalt überwältigen. In Persis verbrennt er eigenhändig den Perserpolis, was er später bedauert, und verfolgt weiterhin den Perserkönig Darius III.
Bilder zu Persepolis und weitere Hintergrundinformationen
Als dieser von seinem Vasallen Bessos ermordet wird, bestraft Alexander den Königsmörder und läßt Darius III mit königlichen Ehren begraben. Diese Geste dient vor allem als Zeichen der Versöhnung mit den persischen Aristokraten . Von nun an beauftragt er immer mehr Perser mit der Verwaltung des Reiches, und als neuer Shah an shah von Iran macht er sich an die Eroberung des übrigen Reiches, was sich vor allem im Ostiran als eine große Herausforderung erweist, und übermenschliche Leistungen und hohe Verluste von im fordert; Er überquert um 329 n. Chr in 15 Tagen den Hindukusch. In Mawarannahr muß er in einem zweijährigen Krieg gegen den iranischen Adligen Spitamenes schwere Verluste hinnehmen und kann ihn nur mit Hilfe der zentralasiatischen Nomadenvölker besiegen. Er heiratet in Mawarannahr die iranische Prinzessin Roxana, nimmt immer mehr persische Züge an und führt persische Sitten und Hofzeremonien ein. Er entläßt immer mehr Griechen und residiert von nun an in Persien, bis er 323 überraschend in Babylon stirbt. Sein Reich zerfällt nach seinem Tod, aber seine Legende sollte für die nächsten Jahrtausende, sowohl in Asien als auch in Europa, lebendig bleiben.
Die Seleukiden 312 - 250 v. Chr. nach oben
Dem Tod Alexanders folgen blutige Machtkämpfe unter seinen Feldherren (Diadochen Kriege). Nachdem sie den Sohn Alexanders ermordet und sein Haus ausgelöscht haben, verteilen sie das Riesenreich der Perser untereinander. So fällt das Kernland des Reiches Iran zum Herrschaftsgebiet von Seleukos Nikator, der die kurzlebige Dynastie der Seleukiden im Iran gründet. Während in den anderen Gebieten des ehemaligen Perserreiches die Griechen als die neuen Herren etabliert werden, müssen sich die Seleukiden im Iran mit der Herrschaft über einige Städte und den wichtigsten Handelsstraßen begnügen. In den Städten, die nach griechischem Vorbild organisiert sind, wird die griechische Kultur und Sprache noch lange Zeit nach den Seleukiden gepflegt. Doch die Hellenisierung Irans reicht kaum über die Stadtgrenzen hinaus. Iran wartet auf seine Befreiung.
Die Aschkaniden nach oben
Den Parthern, dem dritten großen iranischen Stamm gelingt die Befreiung Irans. Ihr König Arschak I beginnt 256 v. Chr. mit dem Krieg gegen die Seleukiden .Es gelingt ihm 250 v. Chr. einen eigenen Staat im Osten Irans zu errichten. Von hier erfolgt die Rückeroberung Irans. Sein Bruder Tirdad I tritt seine Nachfolge an. Nach einem Sieg über Seleukos II 247 v. Chr. krönt er sich als offizieller Nachfolger der Achaimeniden. Auch seine Nachfolger führen ihre Abstammung auf dem Achaimenidenkönig Artaxerxes II zurück. So übernimmt Mehrdad I 138 - 171 v. Chr. nach der Eroberung von Babylon und Nordindien wieder den Titel König der Könige. Während im Westen das aufstrebende römische Imperium sich den Grenzen Irans nähert, müssen die Parther ihre ganze Kraft auf die Ostgrenzen des Landes konzentrieren. Die Chinesen vertreiben die in Nordchina lebenden Normadenhorden nach Westen. Es ist wohl als die großartigste Leistung der Aschkaniden zu sehen, daß sie, wie ein Bollwerk, die westwärts strömenden Völkerschaften eine nach dem anderen zerschlagen. Erst als die Aschkaniden ihrem Ende entgegen steuern, gelingt es einzelnen dieser Reitervölker, nach Westen zu marschieren. Hier stürzen sie das Römische Reich von einer Krise in die nächste. Aber auch im Westen bezwingen die Aschkaniden ihren mächtigen Gegner. Das Römische Reich unter der Führung des Triumvirats von "Caesar, Pompeius und Crassus", wird in allen Richtungen ausgedehnt. So treffen 53 v. Chr. diese beiden Imperien bei Carrhae aufeinander. Es ist der Beginn der tausendjährigen römisch -iranischen Kriege. Das römische Heer unter Crassus wird vernichtend geschlagen. Crassus fällt und 20.000 römischen Gefangenen werden nach Merw in Mawarannahr (Ostiran) deportiert. Diese für das römische Imperium demütigende Niederlage versucht Mark Anton zu tilgen. Doch sein Angriff über Kleinasien und Azarbaijan scheitert und die Römer müssen einen verlustreichen Rückzug antreten.
Einen weiteren Höhepunkt erreicht das Land unter Belach I 51 n. Chr., der zu seinen militärischen Erfolgen gegen Rom und einige zentralasiatischen Völker als frommer Anhänger Zarathustras den Glauben einen neuen Auftrieb gibt. So werden unter ihm die Schriften Zarathustras, "die Awesta", gesammelt. Nach ihm beginnt der allmähliche Niedergang des Reiches. So gelingt es den Römern auf dem Höhepunkt ihrer Macht unter Trajan, die Parther sogar für zwei Jahren aus Mesopothamien zu vertreiben .Es gelingt zwar dem letzten der Aschkaniden Großkönige, Ardavan IV, den Römern 217 n. Chr. eine entscheidende Niederlage beizubringen, und sie zu hohen Reparationszahlungen zu zwingen; doch geschwächt durch ständige Kriege mit äußeren Feinden und innerlich zersplittert, müssen die Aschkaniden dem jungen Sassaniden Ardeschir weichen.
Insgesamt können sich die Aschkaniden weder mit der hohen Staatskunst ihrer Vorgänger, den Achaimeniden, noch den ihrer Nachfolger, den Sassaniden, messen. Ihre Reichsorganisation ähnelt mehr dem Föderalen System des mittelalterlichen Deutschlands mit seinen mächtigen Fürsten und Königen, die die Macht des Shah an Shahs einschränken. Nicht ohne Grund beschreibt Firdausi diese Zeit als eine Zeit ohne Shahs`. Die Aschkaniden sind aber auch große Förderer hellenischer Kunst und Kultur, und bezeichnen sich selbst als Philhellenen. Vor allem aber sind sie in der Weiterentwicklung persischer Kunst, Architektur und Literatur die Wegbereiter der glanzvollen Sassaniden Epoche.
Die Sassaniden 226- 652 n. Chr. nach oben
Im 3. Jh. entsteht ein neuer Staat, der über vier Jahrhunderte als Weltmacht neben China und Rom die Geschicke der Welt mitbestimmen sollte. Wieder gelingt es dem König der Perser, Ardeshir-e Babakan aus dem Hause Sassan, die iranischen Völker unter sich zu vereinen. 226 n. Chr. schlägt er den letzten der Aschkaniden, Ardavan IV, und gründet das neupersische Reich der Sassaniden. Er gilt als Schöpfer und Organisator des neuen Reiches, das gleich zu Beginn das römische Weltreich ins Schwanken bringt. In vollem Bewußtsein über die achaimenidische Tradition schafft er nicht nur einen zentralistisch organisierten Staat, sondern erklärt den Glauben Zarathustras zur Staatsreligion. Dem römischen Kaiser sendet er eine Botschaft mit folgender Nachricht: " Das, was Ihr Römer in Asien besetzt, ist mein Erbe". Als Severus die Gesandten tötet, beginnt der Krieg gegen Rom. Nachdem drei römische Armeen zurückgeschlagen werden, erobert Ardeshir Armenien.
Sein Sohn Shahpur I folgt ihm 241 n. Chr. auf den Thron. Er vollendet die Eroberung Armeniens, und greift die Römer in Syrien an. Diese Kriege von 241 bis 244 und 258-260 enden mit der bis dahin größten Niederlage der römischen Geschichte. Im ersten Krieg fällt der römische Kaiser Gordian. Über 60.000 römische Legionäre gehen 244 in die Gefangenschaft. Rom muß den Frieden mit 500.000 Dinaren, einem Tribut gleich, erkaufen. Nach weiteren schweren Niederlagen sucht der römische Imperator Valerian selbst Shahpur auf. Das Unternehmen endet für die Römer in einer Katastrophe: Valerian und über 70.000 römische Legionäre gehen in persische Gefangenschaft. Zu dem werden die Römer zu hohen Reparationszahlungen verpflichtet. So gelangt das junge Sassanidenreich durch seine ersten zwei Könige zum höchsten Ansehen in der damaligen Welt. In dieser Zeit werden durch die römischen Gefangenen zahlreiche Brücken- und Dammprojekte durchgeführt; der berühmteste, der Kaiserdamm bei Susa, ist heute noch zu sehen.
Shahpur II d. Gr. (309- 379) nach oben
Unter den Nachfolgern Shahpurs müssen wegen den anhaltenden Kämpfen gegen die zentralasiatischen Kriegerstämme zeitweise Zugeständnisse an die Römer gemacht werden, bis Shahpur II d. Gr. (309-379) den Glanz des Reiches wiederherstellt. Schon vor dessen Geburt krönen die Großen des Reiches das ungeborene Kind zum König. Mit 16 reißt er die Führung des Reiches an sich, bestraft die arabischen Aufständischen, und kann auf diese Weise die wichtigen Handelsstraßen nach Indien sichern. Als Protektor des Christentums gewährt er den in Rom verfolgten Christen Schutz in seinem Reich.
Doch die zunehmende Christianisierung Roms und die Ausrufung des Christentums als Staatsreligion führt "in einer Zeit, in der Religion über Staatsbürgerschaft entscheidet", dazu, daß die persischen Könige von nun an das Verhalten der Christen in ihrem Reich skeptischer beobachten. Um die früheren Verluste auszugleichen, beginnt Shahpur 338 n. Chr. den Krieg gegen Rom. Nach anfänglichen Siegen muß er jedoch 350 n. Chr. die Kämpfe gegen Rom aufgrund der Angriffe der Hunnen im Osten unterbrechen. Die Hunnen, ein aus Nordchina vertriebener wilder Kriegerstamm, greifen 350 Iran vom Osten her an. In einem siebenjährigen, blutigen Krieg besiegt Shahpur die Hunnen und vertreibt sie von den Grenzen Irans. Die Hunnen ziehen nach diesen Niederlagen weiter nach Europa. Dort lösen sie die berühmte Völkerwanderung der Germanen aus, und bereiten das Ende des römischen Reiches vor. Noch während den Kriegen gegen die Hunnen fallen die Römer in Iran ein. Da Shahpur die Hunnen als gefährlicher einschätzt, läßt er die Römer unbehelligt. Doch nach seinem Sieg im Osten wendet er sich wieder den Römern zu.
Heer wird nahezu vollständig aufgerieben; den Frieden von 363 n. Chr. müssen die Römer mit großen Zugeständnissen erkaufen. Nebe seinen politischen und militärischen Erfolgen kann er auch kulturell große Errungenschaften vorweisen. Shahpur bietet den aus dem römischen Reich vertriebenen Philosophen und Wissenschaftlern Schutz an seinem Hof. Er begründet mit ihrer Hilfe die berühmte Universität von Ghundishapur mit Lehrstühlen für Historie, Philosophie, Literatur, Kriegswissenschaft und Naturwissenschaften. Hier werden die Schriften der antiken Römer und Griechen ins Persische übersetzt, und erreichen später, über den Islam, Europa.
Die Sassaniden nach Shahpur d. Gr. nach oben
Die nachfolgenden Könige betreiben eine Friedenspolitik gegenüber Rom, die vor allem durch die Teilung Armeniens 377 n. Chr. zustande kommt. Die Freundschaft zu Rom reicht soweit, daß der oströmische Kaiser Arcadius seinem neugeborenen Thronfolger Theodosius dem persischen König Yazdegird anvertraut. Der Shah würdigt das Vertrauen, und obwohl die Römer bald in schwerste Bedrängnis geraten ( Fall Roms 410 n. Chr.) nutzt er diese Verwirrung nicht aus, und bleibt sowohl ein großer Freund der Römer, als auch ein Beschützer der Christen. Im Jahre 410 hält er sogar ein Konzil im Sassanidenreich, in dem Jesus Christus als Gott wesensgleich anerkannt wird. Nach seinem Tod bleibt seine Nachfolge ungeklärt, doch um einen Erbfolgekrieg zu verhindern, wird die iranische Krone zwischen zwei Löwen gestellt. Derjenige der Kronanwärter, der sie dem Löwen raubt, soll der neue Shah werden. So besteigt Yazdegirds Sohn Bahram-e Gur den Sassaniden Thron.
Bahram-e Gur Dieser Shah ist neben seinen Eroberungen auch wegen seiner Ritterlichkeit, Freigiebigkeit, seiner Liebes- und Jagdabenteuer m Iran berühmt und in der persischen literatur unsterblich geworden. Mit unermüdlicher Kraft bekämpft er das hephthalitische Reich im Osten Irans und treibt die wilden Horden weit in Zentralasien zurück. Weiterhin gliedert er Teile Indiens wieder an Iran. Seine Kriege gegen Rom enden mit der freien Glaubensausübung der Zarathustraanhänger und Christen auf beiden Seiten der Grenze. Seine Nachfolger meiden Kriege mit den Römern und konzentrieren sich auf die Abwehr zentralasiatischer Kriegerhorden im Osten des Reiches. Auch in dieser Zeit vollzieht sich die Christianisierung Armeniens, wodurch sich das armenische Volk immer mehr von seinem iranischen Kulturkreis trennt. Nach Bahram wird Iran immer mehr von den kriegerischen Stämmen Zentralasiens bedroht. Erst Kavad I (487-531) gelingt es, in einem zehnjährigen blutigen Krieg (503-513), diese Völkerschaften nach Zentralasien zurückzudrängen. Die Kriege an den römischen Grenzen, die sich wieder um Armenien und wegen dem Ausbleiben römischer Reparationszahlungen entfachen, bleiben ergebnislos. Diese ständigen Kriege zwischen den großen Imperien schwächen diese zunehmend, und bereiten den Untergang dieser Zivilisationen vor, die immer mehr von barbarischen Randvölkern an ihren Grenzen bedrängt werden. Zu den wichtigen Ereignissen dieser Zeit gehört das Auftreten Mazdaks, der als Religionsstifter für einen stark sozialistischen Staat wirbt. Es gelingt ihm zeitweise den König, der in dem neuen Glauben eine starke Waffe gegen den übermächtigen Adel sieht, für seine Ziele zu gewinnen.
In einem Auszug aus dem "Dabistan-e Madhahib"heißt es über die Lehren Mazdaks wie folgt:
"Was immer mit dem Licht nicht übereinstimmt und mit der Finsternis im Einvernehmen ist, wird Zorn, Vernichtung, und Zwietracht sein. Und da die meisten Streitigkeiten unter den Menschen durch Vermögen und Frauen verursacht wurden, so ist es notwendig, die Frauen zu befreien und das Vermögen gemeinsam zu haben."
Chosro I Anuschirawan Aadel (531-579). nach oben
Den Anstrengungen zur Etablierung des neuen Glaubens setzt sein Sohn Chosro I
Anuschirawan ("unsterbliche Seele") Shah ein Ende. Mit einer blutigen Abrechnung
beendet er die reaktionären Wirren im Iran. Anuschirawan, der später den Beinamen
Aadel ,"der Gerechte", erhält, zählt zweifellos zu den größten Königen iranischer
Geschichte. Er reorganisiert die Verwaltung und das Steuersystem, führt ein neues
Rechtssystem ein und sorgt für einen breiten Wohlstand. So wird unter ihm ein
breiter Stand des Kleinadels "Dehkane" geschaffen, der in den persischen
Ritterstand befördert wird. Auch das Land wird vollständig neu vermessen, eine
Kopfzählung vorgenommen und die Steuern neu festgesetzt. Seiner neu strukturierten
Armee gelingt es, die angreifenden Steppenvölker aus Sibirien und Zentralasien
zurückzuschlagen. Zum Schutz des iranischen Kaukasus baut er bei Derband die
Eiserne Mauer.
540 beginnt er den Krieg gegen Ost-Rom. Doch der baldige Frieden, der von den Römern mit 5.000 Pfund Gold erkauft werden mußte, dauert nicht lange. Die Byzantiner beginnen 548 erneut den Krieg. Doch die schweren Niederlagen zwingen sie zu neuen Friedensverhandlungen. In einem fünfzigjährigen Friedensvertrag werden die Byzantiner zu jährlichen Reparationszahlungen von 30.000 Goldstücken verpflichtet. Beide Mächte vereinbaren desweiteren künftige Streitigkeiten durch ein Schiedsgericht beizulegen. Nach dem er die Westgrenzen gesichtet hat, greift er im Osten das Reich der Hephthaliten an. Als Folge des Krieges wird das Reich endgültig vernichtet. Doch ihnen folgen nun die 433 n.Chr. von den Chinesen nach Westen vertrieben Türken. Anuschirawan gilt als großer Förderer der Wirtschaft, Wissenschaft und der Kultur. Er intensiviert den Handel, unterhält rege Verbindungen nach Indien und tauscht Gesandtschaften mit dem chinesischen und römischen Kaiser aus. Um den Handel von Indien zu kontrollieren, erobert er Jemen und lenkt so den Handel von Alexandria über Persien. 571 n. Chr. kommt es zu einem Bündnis der Türken im Osten und den Byzantinern im Westen. Der Shah, der die Gefahr der Türken als größer bewertet, greift sie zuerst an. Nach seinem Sieg überrascht er die bisher siegreichen Römer. Diese werden weit hinter ihre Grenzen zurückgeschlagen. Nach diesen schweren Niederlagen muß der römische Kaiser abdanken. Sein Nachfolger Tiberius muß sich den Sieg zu einem hohen Preis erkaufen.
Insgesamt stellt seine Herrschaftszeit den letzten Höhepunkt des antiken Irans dar. Neben imperialer Macht und großem Wohlstand beweist sich Iran unter ihm als ein Zentrum von Kunst und Kultur. Große Gelehrte, wie Bozorgmehr und Bozerjomheri und das durch ihn bekannt gewordene Schachspiel, sind Zeugen des kulturellen Reichtums dieses Reiches. Sein Sohn Hormus IV setzt die Konfrontation mit den Römern ohne größere Erfolge fort; kann aber mit Hilfe seines Feldherrn Bahram e Tschubin einen Einfall der Türken vom Osten verhindern. Bahram zerschlägt mit einer kleinen Armee
das Reich der Türken, plündert es und macht es Tributpflichtig. Doch mit dem glorreichen Feldzug Bahrams wächst das Mißtrauen des Shahs und als Bahram wenig später von den Römern eine kleine Schlappe erleidet, sendet ihm der Shah statt Hilfe ein Frauengewand. Diese Beleidigung führt zur Rebellion im Heer. Der Shah wird gestürzt und später von einem Verwandten ermordet.
Chosro II Parwis nach oben
Seinem Sohn Chosro II Parwis gelingt es, mit tatkräftiger Unterstützung des byzatinischen Kaisers Maurikios, den Bahram zu besiegen. Mit der Krönung Chosro´s II 591 n. Chr. beginnt die Zeit der größten Siege und Niederlagen der Sassaniden, die am Ende seiner Regierungszeit das Reich bis zum äußersten erschöpft haben. Zu Beginn seiner Regierung reorganisiert er das Reich durch eine straff geführte Verwaltung. Er bedrängt die iranische Aristokratie, verstärkt die iranische Armee und wehrt Angriffe aus dem Osten ab. Im Jahre 602 n.Chr. wird der byzantinische Kaiser Maurikios ermordet und Phokas ernennt sich zum neuen Kaiser. Aus Rache an dem Tod des befreundeten Kaisers und zur Erweiterung seiner Macht, erklärt Chosro II im Jahre 602 den Byzantinern den Krieg, der die Byzantiner an den Rand ihrer Existenz bringt.
Die rechte Flanke der Perser unter dem Feldherrn Shahin erobert Syrien, weite Teile Kleinasiens und belagert 615 Byzanz. Die linke Flanke unter dem Feldherr Shahrbaraz erobert Jerusalem; er überführt das Heilige Kreuz nach Persien und fällt 619 in Ägypten ein, zieht Nil aufwärts zu den Goldminen von Sudan, die Spitzen seines Heeres erreichen sogar Westafrika. So erreicht das Sassanidenreich die Grenzen der Achaimeniden. Doch Byzanz reagiert. 610 stürzt Heraklios aus Afrika den Phokas vom Thron; zieht aber angesichts der verzweifelten Lage Byzanz` die Flucht nach Afrika vor. Nur auf Bitten des Volkes und Drängen der Kirche erklärt Heraklios sich bereit, Byzanz zu verteidigen. Die Eroberung Jerusalems und die Entführung des Heiligen reuzes rufen in Byzanz eine Kreuzzug- ähnliche Stimmung hervor. Auf der persischen Seite haben die Siege den persischen Shah herrschsüchtiger werden lassen. Er demütigt den Adel und seine Feldherrn, umgibt sich mit sagenhaftem Luxus und Reichtum, der nun, trotz seinen Siegen, das Land verarmen lassen. Seine Ausschweifungen und seine Vergnügungssucht reichen so weit, daß er, als sein Vasall, der Fürst der Lachemiden , die seit Generationen den Sassaniden treu gedient hatten, dem Shah seine Tochter verweigert, hingerichtet wird. Die dem Vasallen unterstellten Waffen gelangen in die Hände der Araber, so daß diese nomadischen Stämme zum ersten Mal in Besitz "moderner" Waffen gelangen. Dies sollte sich für die Sassaniden später als Verhängnisvoll erweisen. Als Chosro II nun nach den schweren Niederlagen gegen Heraklios immer mehr Offiziere und Adlige töten läßt, revoltiert der Adel und Chosro wird abgesetzt.
Nach Chosro II beginnt die traurigste Periode der Sassaniden. In den folgenden fünf Jahre besteigen acht Könige und Königinnen den Sassaniden Thron. Zwar kann mit den Römern durch die Rückgabe des Heiligen Kreuzes Frieden geschlossen werden, aber die langanhaltenden Kriege, hohe Steuern und die Bürgerkriege verschlingen die letzten Ressourcen des Reiches. So erliegt das Reich, das über 4 Jahrhunderte mit Rom um die Weltherrschaft stritt 642, den Horden glaubenseifriger und beutegieriger Araber.
Das Ende der Sassaniden nach oben
Als letzter Sassanid wird Jazdgerd III, der Tradition gemäß in Estachr, unweit
vom Persepolis, gekrönt. Doch das einst so mächtige Reich ist nur noch ein Abglanz
seines früheren Ruhms. Bereits 634 erreicht eine moslemische Abordnung die
Sassaniden Hauptstadt Ktestiphon.
So heißt es bei Tabari, nach oben
" Er, Yazdegird, ließ sie fragen, was der Zweck ihrer Mission sei. No´oman a ntwortete dazu:" Wir waren Menschen, die im Irrtum gelebt hatten. Da erbarmte sich Gott unser und schickte uns einen Propheten unserer Rasse...Jetzt ist er gestorben, aber noch sterbend ermahnte er uns, auf der ganzen Erde alle diese zu bekämpfen, die nicht unserer Religion seien. Wir kommen, Dir folgende Bedingungen zu stellen: Wenn Du unseren Glauben anerkennst, lassen wir Dir Dein Königreich. Wenn Du aber unseren Glauben nicht annehmen willst, so zahle Tribut. Wenn Du aber weder das eine noch das andere willst, dann bereite Dich zum Kampf." Yazdegird erwiderte: "Ich habe auf der Erde viele Völker gesehen, Türken, Hunnen und Dailamiten...., ich habe aber nie elendere als euch gesehen; ...wie seid ihr s o stark geworden um in unsere Gebiet einzufallen?" .... Und er ließ jeden der Boten einem Sack Erde beladen und aus der Stadt treiben.
Bald sind die iranischen Gouvernements von Jemen und Bahrain von den Arabern überrascht, und jetzt rächt sich die Zerschlagung des Lachmiden Fürstentums, das seit Jahrhunderten als persische Ordnungsmacht in Arabien fungierte, durch Chosro II Parwiz. Anfangs können die Araber noch zurückgeschlagen werden. Aber ihr Sieg bei Yarmuk 636 über eine vielfach größere byzatinische Armee verdeutlicht nun den Persern das Ausmaß der neuen Herausforderung. Der persische Sepahsalar Rustam begegnet den Arabern bei Quadisiya; obwohl das iranische Heer größer und weit besser gerüstet ist, werden die Perser geschlagen. Rustam fällt und das Banner der Sassaniden (Derafsche Kawiani) fällt in arabische Hand. Die meist nicht persische Bevölkerung Iraks ergibt sich widerstandslos. Die persische Hauptstadt Ktestiphon wird geplündert. Die erbeuteten Schätze beflügeln für Jahrhunderte die Phantasien der islamischen Geschichtsschreiber. Die Entscheidungsschlacht fällt bei Nahawand 642, und der Weg in das sassanidische Kernland ist frei. 652 wird Jazdgerd ermordet, damit fällt Iran unter arabische Herrschaft. Zwar versucht sein Sohn Peros vergeblich mit Hilfe chinesischer Truppen von Osten die Araber zu vertreiben, aber der Fall der Sassaniden kennzeichnet das Ende des antiken Irans.
Nie wieder sollte Iran die Rolle einer so mächtigen Weltmacht annehmen.
Islam nach oben
Noch während Chosro II und Heraklios 622 um die Weltherrschaft streiten, siedelt Mohammad, der Prophet des Islams, von Mekka nach Medina (Hedchra 622 n. Chr. Beginn islamischer Zeitrechnung).
Nachdem er sich nun nach seiner Berufung zum Propheten 610 n. Chr. vergeblich bemüht hatte, die heidnischen Araber zum islamischen Glauben zu bekehren, bekennt sich beinahe ein ganze Stadt zum Islam. Bestand sein Werk bis dahin in unermüdlicher Predigt, so beweist er sich nun in Medina als außergewöhnlicher Staatsmann, dessen Überlieferungen die Grundlagen islamischer Staatsphilosophi bilden; bis zu seinem Tod 632 n. Chr. vereinigt er die meisten Stämme Arabiens. Durch den Islam erreicht das arabische Volk seinen Höhepunkt in der Weltgeschichte. Sein Nachfolger, Abubakr, der erste Kalif (Stellvertreter), vollendet die Einheit Arabiens, und unter dem zweiten Kalifen Omar beginnen die Glaubenszüge Islams. Angetrieben von dem neuen Glauben, und bestärkt durch die Sehnsucht nach dem Paradies oder reicher Beute, eröffnen sie die Kriege gegen den beiden Weltmächte Byzanz und Iran. Nach anfänglichen Rückschlägen schreiten sie nach ihren erstaunlichen Erfolgen 636 bei Yamurk und Quadisya von Sieg zu Sieg. Im Osten zerstören sie das Sassanidenreich und erscheinen bald in Indien und Zentralasien. Im Westen erreichen die arabischen Armeen Syrien, Ägypten und bald den Atlantik. Nach dem glänzenden Sieg Tariqs` über die Westgoten unter ihrem König Theoderich, in Spanien marschieren sie vom Westen her nach Mitteleuropa, bis sie bei Turs von den Karolingern zurück geschlagen werden. Trotz diesem außergewöhnlichen Erfolg tritt im Inneren des Reiches bereits nach dem Mord an dem dritten Kalifen Osman eine Spaltung ein, die den islamischen Glauben bis heute teilen sollte. Während ein Teil der Moslems in dem Schwiegersohn und Neffen des Propheten . Ali ibn Abitaleb (Emir-al momenin), die rechtmäßige Nachfolge sehen (die Schiiten), beansprucht der Statthalter von Damaskus Muawia (Begründer des Omajaden Kalifats) das Amt des Kalifen. Diese Kämpfe finden 680 bei Karbela ihren traurigen Höhepunkt, als Hussain Ibn Ali (Enkel des Propheten) und seine Familie den Märthyrertod finden. Die Omajaden führen in Damaskus, im Widerspruch zu den Traditionen des Propheten, einen prunkvollen Hof byzantinischen Vorbilds ein. In der Folgezeit vollzieht sich die Islamisierung weiter Teile Irans; der tausendjährige Glauben Zarathustras muß dem neuen Glauben mit seinen revolutionären Ansichten von Gleichheit und Brüderlichkeit aller Menschen, weichen, während sich der Kleinadel auf dem Land der Islamisierung lange Zeit widerstrebt, nehmen immer mehr Stadtbürger, der starren sassanidische Gesellschaftsordnung müde, bald den neuen Glauben an. Es ist nur der Beigeschmack der Niederlage, die den Erfolg des Islams im Iran hemmt; doch das sollte sich bald ändern.
Kalifat der Abbasiden (749-1257) nach oben
Kaum hundert Jahre nach der Niederlage von Nahawand formiert sich ein neuer Widerstand gegen die Omajaden in Damaskus im Osten Irans. Das iranische Heer unter Abu Moslem-e Chorasani besiegt die Araber 749 bei Zab und verhilft Abu-Abbas, einem Nachkommen des Propheten väterlicherseits, zum Amt des Kalifen. Es ist der Beginn des ruhmreichen Abbasidenkalifats.
Von nun an übernehmen die Perser die Führung in der
islamischen Welt. nach oben
Der Kalif al Mansur verlegt die Hauptstadt des Reiches in die neu gegründete Stadt Bagdad nahe der alten Perser Hauptstadt Ktesiphon. Die Abbasiden übernehmen immer mehr sassanidischen Charakter. Die sassanidische Verwaltung und Hofzeremonie wird eingeführt und auch die Stellung des iranischen Adels wird dem angeglichen. Die iranischen Gelehrtenfamilie der Barmakiden, fördern als Großwesiere des Kalifen Wissenschaft und Kultur. Sie legen den Grundstein für den liberalen Forschungs- und Diskussionsgeist, der den Islam zu ihrer kulturellen Blüte bringt. Unter ihnen werden die Schriften der persischen Universitäten ins Arabische übersetzt; über diesen Weg erreichen später die antiken Wissenschaften die Europäer.
Diese geistige Blüte sollte auch nach dem berühmten Kalifen Harun al Rashid und dem politischen Machtverlust Bagdads die Stadt zieren. Bereits 813 verlangt der iranische Feldherr Tahir, der nach Eroberung von Bagdad den Kalifen Al Mamun an die Macht bringt, als Belohnung seine Selbständigkeit im Osten Irans. Zu diesem Zeitpunkt hat das wiedererwachte Nationalgefühl der Iraner bereits zu großen Aufständen gegen das Kalifat in Bagdad geführt.
Die Unabhängigkeitsbemühungen, die alle die Wiederherstellung der einstigen Größe Irans zum Ziel haben, kann man in zwei Kategorien einteilen. Für die erste Partei gilt es das Sassanidenreich wiederzubeleben und den Islam gänzlich aus dem Iran zu vertreiben; für die anderen gilt es, als neue Mosleme den Islam in der iranischen Kultur einzubinden. Die bereits fortgeschrittene Islamisierung Irans als das Werk großer Prediger, führt zum Erfolg der zweiten Gruppe. Die vollständige Eingliederung des Islams in das iranische Staatsverständnis, sollte erst unter den Saffawiden gelingen. In der Zwischenzeit ähnelt die Politik im Iran die des mittelalterlichen Europas. Es ist ein ständiger Kampf zwischen der Krone und dem Kalifat.
Die wohl bedeutesten und in der iranischen Literatur berühmtesten anti-islamischen Bewegungen Irans sind von Babak und Maziar. Babak beginnt 816 einen erfolgreichen Aufstand gegen die Araber und die islamisierten Iranern. Dieser Aufstand, der durch soziale Mißstände begünstigt wird, weitet sich im Norden und Westen Irans aus. Die Armeen des Kalifen werden einer nach der anderen vernichtet, und der Aufstand wird so zu einer ernsthaften Gefahr für den Islam. In äußerster Bedrängnis beruft der Kalif den iranischen Feldherrn von Mawarannahr Afshin zum Oberbefehlshaber der islamischen Streitkräfte. Dieser erobert das Land allmählich zurück, und ergreift Babak, der von dem Kalifen 838 hingerichtet wird. Fast zeitgleich kommt es in Mazandaran zu einem weiteren Aufstand gegen das Kalifat. Der Fürst von Mazandaran, Maziar, erklärt den Krieg gegen die Moslems. Aber nach mehreren Siegen wird auch er von Afshir besiegt. Die Provinz Mazandaran kann allerdings von den Moslems nicht erobert werden. Afshin wird für seine "Dienste" 841 von dem Kalifen hingerichtet.
Saffariden (861 - 900) nach oben
Als Sohn eines Schmiedes gelingt es dem Saffariden Yaqub-e Lais 867 - 79 n. Chr., das iranische Heldenland Sistan unter seiner Kontrolle zu bringen. Von hier aus beginnt er mit der Bekämpfung des Kalifats. Er erobert weite Teile des Irans und übernimmt den Sassaniden Titel Shah an Shah. Doch trotz seiner hervorragenden Leistungen sind seinen Erfolgen Grenzen gesetzt. Denn als frommer Moslem muß er, wenn auch nur formell, die geistige Herrschaft des Abbasiden Kalifen anerkennen. Während seiner Regenschaft bemüht er sich um die politische Emanzipation Irans. Weiterhin setzt er sich für die Verbreitung des Islams im Iran und vor allem in Afghanistan ein. Sein Reich zerfällt nach ihm und seinem Bruder in Kämpfen mit der aufstrebenden Dynastie der Samaniden. Es ist der Auftakt zu einem Zeitalter wechselnder Machtzentren und rivalisierender Fürstentümer im Iran. Es ist die größte Epoche des Geistes und der Kultur in der islamischen Welt.
Die Samaniden (864 - 1005) nach oben
Das endgültige kulturelle und nationale Erwachen Irans vollzieht sich weit entfernt von Bagdad, in Mawarannahr. Seit 819 Gouverneure von Chorasan dehnen die Samaniden unter Nasr I (864-92) ihren Machtbereich nach Samarkand und Buchara aus. In diesen heute ozbekischen Städte wurde einst die iranische Kultur wiederbelebt. Ihre Hauptstadt Buchara wird das Zentrum iranischer Kunst, Wissenschaft und Literatur und zum Gegenpol zu Bagdad. In Mawarannahr treffen persische, chinesische und indische Kulturen in einer liberalen Umgebung aufeinander. Hier führt Charasmi die indischen Zahlen in der islamischen Mathematik ein, und Avizena (der berühmteste Arzt des Mittelalters) verbringt seine Jugend. Die Samanidenlegislatur bleibt für die gesamte islamische Welt ein unerreichbares Vorbild.
Die Buyden nach oben
Waren Samaniden im Ostiran als fromme Sunnitten treue Anhänger des Kalifen in Bagdad, so kommt mit der Herrschaft der schiitischen Buyden-Dynasti im Westiran und im Irak das Ende der weltlichen Herrschaft des Kalifen. Das persische Haus der Buyden stammt aus der kaspischen Küstenregion von Mazadaran. Von hier aus erobern sie Mittel- und Westiran und sie besiegen 945 das Heer des Kalifen. In Bagdad errichten sie als Schutzmacht des Kalifen eine Herrschaft persischer Prägung. Als Schiiten sind sie zwar nicht an dem Kalifen gebunden, lassen ihn aber an der Macht und sichern sich damit die Legitimation zur Herrschaft über die übrige islamische Welt.
Aufstieg der Türken nach oben
Im zehnten Jahrhundert wird ein neuer Prozeß in der islamischen Welt eingeleitet, der für den Untergang der Samaniden im Osten bis hin zum Zerfall des Kalifats in Bagdad verantwortlich ist. In den ständigen Kämpfen gegen die zentralasiatischen Türken werden diese als Gefangene zum Islam bekehrt, und als Kriegssklaven in die Truppen eingegliedert. Dies wird vor allem notwendig, weil die Samaniden für die Abwehr der immer aufs Neue anstürmenden Kriegsvölker aus Zentralasien immer mehr Truppen benötigen. Auch das Kalifat erhofft sich von den türkischen Kriegern einen wirksamen Schutz gegen die herrschende iranische Aristokratie Zum Islam bekehrt, gestaltet sich die Kontrolle dieser türkischen Krieger als äußerst schwierig. Vor allem als durch den Bekehrungseifer der Samaniden immer mehr ganze türkische Stämme freiwillig zum Islam übertreten , müssen ihnen die Samaniden den Zuzug in iranische Territorien gestatten. Durch ihre militärische Schlagkraft und ihren frischen Glauben nehmen sie immer wichtigere Positionen im Militär ein und ebnen sich so den Weg zur Herrschaft.
Die Gaznawiden (977-1191) nach oben
977 gelingt es dem türkischen Samanidengeneral Sebuktin in der noch kaum islamisierten Stadt Gazna (heut. Nordafghanistan) einen Millitärstaat zu gründen. Seine Nachfolger machen diese Stadt zur Basis sowohl für die Eroberung Südafghanistans als auch für heilige Kriege gegen Indien. Mit dem Untergang der Samaniden 1005 werden die Gaznawiden unter dem berühmten Sultan Mahmoud (998-1030 n. Chr.) unabhängig.
Der Sultan bemüht sich um die Fortsetzung der samanidischen Tradition mit der Förderung der persischen Kultur; auch das Nationalepos der Perser, "Schahnahmeh" (das Königsbuch) von Firdausi, wurde an seinem Hof geschrieben.
Einen großen Namen macht sich dieser König vor allem durch seine glänzenden Siege in Indien. 1002 besiegt er eine türkisch- chinesische Invasionsarmee im Ostiran. Nach diesem großen Sieg setzt er seine Eroberungszüge nach Süden Richtung Indien fort. Seine jährlichen Überfälle in Indien, die er im Namen Allahs führt, machen ihn zu einer der wohl reichsten Könige der Weltgeschichte. nach oben
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